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Wasser und Fitness

Durch den Auftrieb im Wasser lastet nur 10 % des Körpergewichts auf Bändern und Gelenken.
Das hängt mit der Dichte des Wassers zusammen. Wasser hat eine 970-fache höhere Dichte als Luft.
Gerade für Übergewichtige und Menschen mit Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen eignet sich Fitness im Wasser. Auch Profi-Sportler nutzen Aqua-Sport, um Verletzungen an Füßen und Beinen auszukurieren.


Was ist das besondere an Aqua-Fitness?

Beim Aufenthalt im Wasser stehen die Blutgefäße unter verstärktem Druck. Dadurch erhöht sich die Blutmenge, die zum Herzen strömt. Mit jedem Schlag pumpt der Herzmuskel mehr Blut in den Kreislauf. Das Herz muss also weniger arbeiten, um den Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Die Pulsfrequenz wird gesenkt.

Oberstes Ziel beim Schwimmen ist es, den Wasserwiderstand möglichst gering zu halten. Ganz im Gegensatz zu Aqua-Fitness, wo der Wasserwiderstand aktiv zur Muskelkräftigung genutzt wird.

Schwimmen und Aquagymnastik sind Sportarten, die auch bei Knieschmerzen und Rückenproblemen nach Rücksprache mit dem Arzt ausgeführt werden können.

Das Verletzungsrisiko im Wasser ist geringer.

Wasser entzieht dem Körper Wärme. Der Körper reagiert mit Wärmeproduktion.
Die Wärmeproduktion stärkt das Immunsystem und regt den Stoffwechsel an.

Das hohe Gewicht des Wassers erhöht den Druck auf den Körper und massiert ihn. Die Haut kann gestrafft werden. Muskeln können gefestigt werden und werden wie das Bindegewebe besser durchblutet.


Aqua-Jogging
Aqua-Jogging ähnelt dem Joggen an Land. Es wird in hüft- oder brusttiefem Wasser mit Schuhen, an denen Gewichte befestigt sind, gelaufen. Für Fortgeschrittene gibt es Tiefwasser-Joggen. Eine Schwimmweste sorgt dann für den notwendigen Auftrieb. Beim Aqua-Jogging werden viele Kalorien verbraucht.


WaterShiatsu
Ein Therapeut befindet sich mit dem Patienten im Wasser. Der Patient wird nach bestimmten Figuren bewegt und verhält sich ganz passiv. Neben einer tiefen Entspannung wird die Durchblutung verbessert und Gelenke entlastet.


Aquarobic und Aquastep
Diese Sportarten sind ein Ganzkörpertraining im Wasser zu Musik.


Aqua-Qi-Gong
Die Dreh- und Gleichgewichtsübungen des traditionellen Chi Gong werden konzentriert im Wasser durchgeführt.


Aqua-Walking
Aqua-Walking ist Gehen im Wasser mit Bodenkontakt.


Aqua-Nordic-Walking
Walking im Wasser mit Gymnastikstangen


Aqua-Nia
Aqua-Nia ist eine Mischung aus Yoga, Tai-Chi und Freedance. Muskeln, Nerven, Körper und Geist werden aktiviert.


Aqua-Pilates
Sanftes und wirksames Muskeltraining. Gerade im Wasser können Einsteiger die gezielten Pilates-Bewegungen leichter nachvollziehen.

Wer nur einfach ganz entspannt im Wasser liegen und gar nichts tun möchte, legt sich in das 36° C warme Liquid-Sound-Becken mit Musikklängen.


Wasserdampf als Fitmacher
Zur Anregung des Stoffwechsels und der Durchblutung der Haut eignet sich das Dampfbad mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 40 bis 60° C. Die Finnische Sauna dagegen hat nur eine Luftfeuchtigkeit von ca. 10 bis 30 % und eine Temperatur von 85 bis 90° C.

Während der Aufheizphase wird dem Körper intensive Wärme zugeführt. Danach wird der Körper gezielt abgekühlt. Saunabaden hat günstige Auswirkungen auf Herz und Kreislauf sowie auf rheumatische, asthmatische und nervöse Erkrankungen. Durch die Wärme des Saunabades wird die Haut angeregt. Sie kann sich von toten Zellen und schädlichen Giften befreien. Das Hautgewebe wird dabei tief gereinigt und gestärkt.
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Wasser – Anwendungen nach Pfarrer Kneipp
Sebastian Kneipp, geboren 1821, wuchs als Sohn von Webern in Armut auf und musste schon im frühen Alter schwere Arbeit verrichten, um für den Unterhalt der Familie mit zu sorgen. Er wollte gegen den Willen seiner Eltern immer Pfarrer werden. Die Herkunft der Eltern und die fehlende Bildung ließen es nicht zu.

Mit 21 Jahren ging er als Webergeselle auf Wanderschaft und fand einen Sponsoren, Kaplan Matthias Merkle. Sebastian Kneipp konnte ein Gymnasium besuchen und mit dem Abitur abschließen. Während dieser Zeit arbeitete er als Tagelöhner und lernte in der Nacht. In München begann er ein theologisches Studium.

Durch die jahrelangen Überanstrengungen erkrankte er jedoch so schwer, dass ihn die Ärzte aufgaben. Er setzte trotzdem sein Studium fort und entdeckte in der Bibliothek ein Buch über Wasseranwendungen. Teile dieser Kur beinhalteten auch Tauchbäder in der Donau, die er im eiskalten Winter regelmäßig vornahm. Er konnte sich selbst heilen. Durch die Genesung begann er mit der Forschung und Entwicklung seiner speziellen Wasser-Anwendungen.

Er entwickelte sein Konzept für gesunde Lebensführung. Das Konzept beinhaltete nicht nur Wasseranwendungen, sondern bezog Ernährung, Bewegung und Einsatz von heimischen Heilpflanzen mit ein. Heute bekannt als die „Fünf Elemente der Kneipp-Lehre“.

Nach erfolgreicher Behandlung von Cholera-Patienten während einer Choleraepidemie in Oberbayern und Schwaben wurde er in der Bevölkerung der „Cholera-Kaplan“ genannt. Während der Epidemie war es ihm nur erlaubt, von Ärzten aufgegebene Patienten zu behandeln. Pfarrer Kneipp hatte gegen viele Widerstände seitens Apothekern und Ärzten zu kämpfen. Er wurde wegen „Vergehens gegen das Kurierverbot“ angezeigt und 1854 klagte ihn ein Apotheker wegen „Gewerbebeeinträchtigung und Schädigung“ an.


Wie und warum wirkt eine Wasseranwendung nach Kneipp?

Das Wasser ist Träger kalter, heißer und wechselwarmer Temperaturreize. Diese wirken über die Haut auf das Gefäßsystem, Nervensystem und hormonelle System.

Jede Anwendung löst einen örtlichen Reiz und zusätzlich über das Nervensystem einen zentralen Reiz (Gehirn/Rückenmark) aus.

Das Wasser ist ein wichtiger Träger von Heilpflanzen.
Bei der Behandlung nach Kneipp wird mit kalten Güssen, Dämpfen (angereichert mit Heilkräutern), verschiedenen Wickeln und Bädern gearbeitet.

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Bädern war schon den Ägyptern, Griechen, Syrern und Römern bekannt. Sebastian Kneipp hatte die Arzneipflanzen wiederentdeckt. Die heutige Forschung liefert Grundlagen für die Wirkung von Heilbädern. Ätherische Öle aus dem Bad dringen über die Haut (der Mensch hat eine Hautfläche von fast 2 qm) in den Körper ein. Heute lassen sich diese Stoffe im Blut nachweisen und bestätigen die Wirkung.

Durch den Duft der ätherischen Öle kann die Stimmungslage positiv beeinflusst werden. Rosmarin und Fichtennadeln wirken beispielsweise anregend. Das Thymol aus dem Thymianöl wirkt gegen Bakterien und Pilze. In Zusammenwirkung mit anderen Substanzen durchblutungsfördernd.


Tipp – Taulaufen

Das Taulaufen lässt sich ohne viel Aufwand umsetzen. Einfach gleich nach dem Aufstehen mit noch bettwarmen Füssen nicht länger als 5 Minuten durch taufeuchtes Gras stapfen.


Kneipp-Kindertagesstätten

In Deutschland gibt es ca. 50 Einrichtungen, die nach den 5 Elementen der Kneipp-Lehre (Ernährung, Kräuter, Wasser, Bewegung und Lebensordnung) geführt werden. Kindern soll auf Dauer und spielerische Art und Weise der bewusste Umgang mit ihrer Gesundheit vermittelt werden.

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Wasserfilter-Aqua-Fun für den Schreibtisch