Die Wasserhärte
Trinkwasser
In Deutschland wird Trinkwasser als „Wasser für den menschlichen Genuss” gemäß der Trinkwasserverordnung bezeichnet. Trinkwasser muss bestimmten Gesetzen und technischen Vorschriften entsprechen.
Trinkwasser muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
- es darf keine Krankheitserreger enthalten
- es darf keine gesundheitsgefährdende Konzentrationen von Chemikalien aufweisen
- es muss keimarm, klar, farblos, kühl, geruchlos, geschmacklich einwandfrei sein
Außerhalb Deutschlands wird dem Leitungswasser - um bakterielle Verunreinigungen des Leitungswassers zu vermeiden - häufig Chlor zugesetzt. Aqua Select Plus® Wasserfilter reduzieren den Chlorgehalt im Wasser und sind somit auch nützliche Begleiter auf Reisen.
In Deutschland können Wasserversorgungsunternehmen dem Trinkwasser aus Sicherheitsgründen Chlor in Form von Chlorgas oder Natriumhypochlorit zusetzen. Damit werden krankheitserregende Keime abgetötet. Nach der geltenden Trinkwasserverordnung von 2003 darf der Maxumalwert von 0,05 Milligramm Chlor pro Liter Trinkwasser dabei nicht überschritten werden. Das jeweils zuständige Gesundheitsamt muss für die Chlorung eine Genehmigung erteilen.
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Jeder kennt die roten Augen nach einem Besuch im Schwimmbad. Der Grund ist das zur Desinfektion im Beckenwasser enthaltene Chlor.
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Trinkwasser aus dem Wasserhahn im Haushalt
Die Qualität von Trinkwasser aus dem heimischen Wasserhahn kann sich durch Rohrleitungs-Materialien, Standzeit im Rohrleitungssystem und Temperatur verändern. Dazu weitere Informationen im Kapitel „Schadstoffe“.
Die neue deutsche Trinkwasserverordnung stellt eine Umsetzung der EG-Richtlinie 83/98 (CELEX Nr: 398L0083) in nationales Recht dar.
Regelmäßig alle drei Jahre werden Daten aus größeren zentralen Trinkwasser-Versorgungsanlagen für die europäische Kommission erfasst. Mit diesen Daten wird ermittelt, ob die Qualität des Trinkwassers den europäischen Richtlinien entspricht und die Grenzwerte eingehalten werden. Dabei werden Wasserwerke berücksichtigt, die mehr als 5.000 Einwohner mit Trinkwasser beliefern.
Wasserhärte
Dieser Begriff wird häufig im Zusammenhang mit Trinkwasser gebraucht. Normales Trinkwasser aus der Leitung und das in der Natur vorkommende Wasser enthalten u.a. gelöste Gase und Salze, wie zum Beispiel Calcium- und Magnesiumsalze.
Diese Salze werden als „Härtebildner”, ihre Konzentration im Wasser als „Wasserhärte” bezeichnet. Je höher die Konzentration, desto härter ist das Wasser. Die Härtebildner haben die Tendenz unlösliche Verbindungen wie zum Beispiel Kalk (Calciumcarbonat) zu bilden. Calciumcarbonat ist eine Verbindung aus Calciumhydroxid und Kohlendioxid.
Wie entsteht die Wasserhärte?
Der größte Anteil des Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser. Durch versickerndes Regenwasser wird es immer wieder neu gebildet.
Regenwasser enthält einen Anteil an gelöstem Kohlendioxid, da sich das Gas aus der Atmosphäre im Wasser löst. Im Wasser gelöstes Kohlendioxid bildet Kohlensäure. Durch den Kohlensäuregehalt werden auf dem Weg durch den Boden, durch Steine, Gesteinsschichten und Schotter viele Mineralstoffe gelöst.
In Regionen mit überwiegend Sand- und Kalkgesteine ist das Wasser härter. Regenwasser und Quellwasser im harten Urgestein (Granit, Basalt), aus dem wenig herausgelöst werden kann, dagegen ist weicher.
Beispiel Deutschland
"Europaweit wird die Gesamthärte als Summe der im Wasser gelösten Erdalkalien Calcium und Magnesium in Millimol je Liter angegeben. Anstatt wie bisher 4 Härteklassen, gibt es jetzt nur noch 3 Härtebereiche:
| weich |
bis 1,5 mmol/l |
| mittel |
ab 1,5 bis <2,5 mmol/l |
| hart |
ab 2,5 mmol/l |
Je nach Region ist die Wasserhärte sehr unterschiedlich.
Die örtlichen Wasserversorgungsunternehmen nennen die genauen Härtebereiche.
International wird der Härtegrad des Wassers in der Einheit mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben.
Mit einer einfachen Formel lassen sich mmol/l in Grad deutscher Härte umrechnen:
Gesamthärte in mmol/l x xFaktor 5,6 = Wasserhärte in Grad deutscher Härte
Diese Daten sind z.B. bei der Dosierung von Waschmitteln wichtig.
Da Calcium und Magnesium die Waschkraft der waschaktiven Substanzen reduzieren, muss bei einem höheren Härtebereich mehr Waschmittel genommen werden bzw. kann bei einem weichen Wasser Waschmittel unter Umständen eingespart werden. Das gilt natürlich auch für die Haltbarkeit der Wasserfilterpatronen. Je weicher das Wasser, desto mehr Wasser kann mit einer Partone gefiltert werden.
Weiches Wasser kann das Material von Wasserleitungen angreifen, schont aber die Geräte. Zum Gießen von Zimmerpflanzen und Waschen bzw. Spülen ist weiches Wasser besser geeignet.
Ein gutes Beispiel für eine extreme Verkalkung sind die Sinterterrassen aus Kalk in Plitvice/Kroatien.
Hier nimmt das von den Bergen kommende Wasser soviel Kalk auf, dass sich auf dem Weg talwärts Terrassen aus Kalkablagerungen bilden. Bekannt sind auch Tropfsteinhöhlen.
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Die Plitvicer Seen - das Ergebnis von Kalk-Ablagerungen
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Zu Hause lässt sich dieses „Phänomen“ an unangenehmen Kalkablagerungen an tropfenden Wasserhähnen beobachten und an allen Küchengeräten, in denen Wasser verdampft bzw. erhitzt wird, wie Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Dampfbügeleisen etc.
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In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gab es noch keine synthetischen Waschmittel wie heute, die nicht mit der Wasserhärte reagieren. Um die teure Seife in möglichst geringen Mengen beim Waschen einzusetzen, wurde Soda zur Wasserenthärtung genutzt. Drei Gefäße mit jeweils Soda zur Enthärtung, Seife zum Waschen und Sand zum Scheuern waren in jeder Küche üblich.
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Hartes Wasser durch Erwärmung und „Sauren Regen“
Wird das Wasser erwärmt, kann das Gleichgewicht zwischen Kalk und Kohlensäure im Wasser gestört werden. Der Prozess der Kalkaufnahme (wie beim Durchfließen von Regenwasser durch Gesteinsschichten) läuft in umgekehrter Richtung ab und es wird Kalk in fester Form abgeschieden. Diese unerwünschten Ablagerungen beispielsweise in Wasserkochern und Kaffeemaschinen werden als „Kesselstein“ bezeichnet.
Der Härtegrad von Regenwasser liegt bei Null. Regen bzw. Niederschlag kann aber Säuren durch Schwefelsäure bilden. Beispielsweise aus der Verbrennung schwefelhaltiger fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Kohle. Auch dadurch kann es zu einem Anstieg des Härtegrades kommen.
Durch landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen kann der Härtegrad des Grundwassers steigen. Bei der Düngung wird der enthaltene Stickstoff umgewandelt und durch einen bestimmten Prozess zu Salpetersäure umgewandelt. Diese Salpetersäure löst aus Kalk (wenn vorhanden) und aus Tonmineralien Härtebildner auf. Deshalb können landwirtschaftlich genutzte Böden versauern. Eine Kalkdüngung kann einer Bodenversauerung entgegenwirken und die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Bekannt ist auch die Kalkdüngung von großen Waldflächen per Hubschrauber.
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